Digitalisierung in der Apotheke – da geht noch was

Nur knapp 25% der Apotheken haben eine eigene Website

Das ist das Ergebnis des aktuellen Apothekenreports 2017, in Auftrag gegeben von ALIUD PHARMA aus Laichingen. Beleuchtet werden sollte der aktuelle Stand der Digitalisierung in den Apotheken und deren Pläne in diesem Bereich für 2018 ff.

Natürlich sind die Apotheken schon lange durchdigitalisiert. Keine Apotheke kann ohne Computer arbeiten, Rezepte bedrucken, Ware bestellen und verwalten, Recherchieren, Abrechnen, etc. In dieser Studie ging es aber eher um die Entwicklung im Bereich Online-Shop, Online-Bestellung und Vorbestellung, Apps, Websites und Social Media – also Kundenbindung-Tool.

Erschütternd aber wahr: von den traditionellen Apotheken pflegen, laut Studie nur 23% eine eigene Website. Eine digitale Modernisierung liegt oftmals bis zu 10 Jahren zurück. Sind das nun womöglich auch die Apotheken, die pessimistisch in die wirtschaftliche Zukunft der Apotheke sehen? … kein Wunder.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen wie mühsam es ist, in einem normalen Apotheken-Alltag auch noch hier am Ball zu bleiben. Wer bis jetzt noch keine Website pflegt, scheut sich auch vor der Online-Bestellung (die natürlich über eine Website angeboten werden muss). Von einem Shop nicht zu sprechen. Der Grund ist meist Personalmangel gepaart mit der Scheu etwas aus der Hand geben zu müssen.

Profillos im Netz

Die Pflege einer eigenen digitalen Visitenkarte mit einem etwas gehobenen Anspruch an die Aktualität braucht Zeit. Für Websites und die sozialen Medien sogar noch Gespür für Text und Gestaltung. Wer soll das wann machen? In den letzten Jahren haben Großhandlungen, Verlage und die Industrie entsprechende Angebote gemacht: die Apotheke liefert Logo, vielleicht ein Gruppenbild, die Öffnungszeiten und noch ein paar Leistungen und fertig. Pharmazeutische Inhalte werden geliefert. Das Ergebnis: eine profillose Visitenkarte ohne emotionale Bindung – weder für die Apothekenmitarbeiter noch den angesprochenen Kunden. Da bringt es nun auch nichts mehr, auch noch einen Online-Bestell-Service einzubinden. Das Kind liegt im Brunnen.

Die Apotheken, die jetzt noch keine klare Idee haben wie sie sich nach außen darstellen wollen, sowohl vor Ort, als auch im Internet sollten sich schleunigst auf den Weg machen. Meist reichen 5-10 Seiten. Dafür aber charmant, ideenreich, lebendig, fröhlich, vertrauenserweckend, seriös, aktuell und unique! Auf geht´s. Ich bin dabei.

Hier ist der  vollständige ALIUD Apothekenreport 2017